Als ich das erste Mal einen eBook Reader eingeschaltet habe, war ich begeistert von der gestochen scharfen Lesbarkeit der Buchstaben. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Ich hatte zwar bei meiner Suche nach brauchbaren eBook Reader Tests im Internet schon einiges über E-Ink-Displays gelesen, aber so richtig vorstellen konnte ich mir eine solche Darstellung nicht. Da es wohl vielen so geht, möchte ich, bevor ich meinen nächsten eBook Reader Test schreibe, an dieser Stelle das E-Ink Display beschreiben.

Ein paar allgemeine Informationen

Kindle Keyboard in der Sonne frontal fotografiertAlle auf dem Markt erhältlichen eBook Reader verfügen über E-Ink-Displays. Ink ist das englische Wort für Tinte. Demnach wird bei einem eBook Reader Display der Versuch unternommen, das Aussehen von Tinte auf Papier nachzuahmen. Der Hersteller, die E-Ink Corporation, dessen Displays in den meisten eBook Readern verbaut werden, macht das so gut, dass die Darstellung auf E-Papier wesentlich besser – sprich schärfer – ist als auf normalem Papier. Eigentlich kann gesagt werden, dass auf E-Papier die Vorteile von Papier mit denen von Bildschirmen kombiniert und somit optimiert werden. Das ist ein ganz großer Vorteil, den eBook Reader gegenüber gedruckten Büchern haben! Insbesondere für Menschen mit Augenproblemen ist dies eine grandiose technische Innovation.

Im Detail

Kindle Keyboard in der Sonne von oben fotografiertE-Ink-Displays oder auch E-Papier reflektieren Licht ähnlich wie normales Papier, bieten aber deutlich weniger Kontraste als andere Bildschirme (z. B. LCDs). Demnach entstehen keine Spiegelungen und nur minimale Reflexionen von Licht sind möglich – eben ganz wie bei Papier. Das E-Papier bietet zudem eine blickwinkelunabhängige Darstellung. Toll finde ich auch, dass Strom nur beim Umblättern verbraucht wird und nicht beim Lesen selbst. Daher ist die Akkulaufzeit von eBook Readern sehr lang. Ich habe meinen Kindle Paperwhite 3G beispielsweise das letzte Mal vor zwei Monaten aufgeladen, obwohl ich sehr viel lese. Zum Vergleich: Das Apple iPad, das ja auch als eBook Reader genutzt werden kann, verfügt über einen LCD Bildschirm. In diesem spiegelt sich alles und ein Lesen bei direkter Sonneneinstrahlung ist praktisch unmöglich. Außerdem erkennt man nur etwas auf dem Displays, indem man frontal darauf schaut. Strom wird die ganze Zeit während das iPad eingeschaltet ist verbraucht. Folglich: Obwohl das iPad ein tolle Erfindung ist, würde ich es niemals als eBook Reader verwenden, denn es gibt einfach Geräte, die dafür besser geeignet sind.

Kindle Keyboard in der Sonne seitlich fotografiertEs gibt verschiedene Verfahren zur Herstellung von E-Papier und viele Firmen beschäftigen sich mit dessen Weiterentwicklung. Die Firma E Ink Corporation hat jedoch fast schon ein Monopol auf dem ebook Reader Markt, daher auch der Begriff E-Ink als Synonym für E-Papier. Sämtliche Geräte, die ich hier auf meiner eBook Reader Tests Webseite behandel, haben ein solches E-Ink-Display, welches auf der Erscheinung der Elektrophorese basiert. Was die Elektrophorese genau ist, ist hier besser beschrieben als ich es je selbst beschreiben könnte.

 

Vorteile von E-Ink-Displays in Kürze

  • E-Papier kombiniert die Vorteile von Papier mit denen von Bildschirmen und optimiert diese.
  • Der Text sieht aus jedem Blickwinkel gleich aus.
  • Es ist sehr dünn und dementsprechend leicht. Es gibt sogar biegsames E-Papier.
  • Es kann in allen Größen und Formen hergestellt werden und ist somit passend für jeden eBook Reader.
  • Der Energieverbrauch ist sehr gering, da nur beim Umblättern Strom verbraucht wird.
  • Es ist bei Raumlicht und auch bei direkter Sonneneinstrahlung lesbar.

Nachteile von E-Ink-Displays in Kürze

  • Die Auflösung von e-Papier beträgtgerade einmal 170 dpi. Zum Vergleich: Ein druckbares Bild benötigt eine Auflösung von mindestens 300 dpi.
  • Die Grauwerte (zurzeit gerade einmal 16 Graustufen) und der Kontrast sind gering. Da E-Papier aber ständig weiterentwickelt wird, wird es hier wohl bald Berbesserungen geben.
  • Es gibt keine richtigen weißen Flächen, sondern sie sind in der Regel Hellgrau.
  • Die Schaltzeiten sind relativ lang, daher wirkt die Anzeige statisch.
  • Bei farbigen Displays ist der Farbraum deutlich eingeschränkt.